Kürbiskuchen, Pumpkin Bread
Veganes Rezept
Dieser Kuchen ist ein echter Kaffeekuchen - dabei ist da gar kein Kaffee drin. Aber dieser Kuchen passt einfach perfekt zum Kaffee - ergo: Kaffeekuchen.
Es lohnt sich, nicht nur die Zutatenliste zu notieren, sondern auch die Reihenfolge, in der diese miteinander vermischt werden. Denn das macht einen guten Teil der wunderbaren Weichheit und Fluffigkeit dieses Kürbiskuchens aus. Weiterhin lohnt es sich tatsächlich, das für dieses Rezept verwendete Mehl frisch mit der Getreidemühle aufzumahlen. Für den Kaffeekenner versteht sich das irgendwie von selbst, denn auch Kaffee schmeckt ja frisch aufgemahlen wesentlich aromatischer und nuancierter. Und wenn man sich dafür entschieden hat, das zu tun, ist es auch kein Problem mehr, Kamut zu Mehl zu vermahlen anstatt Dinkel oder Weizen. Kamut hat einen leicht nussigen Eigengeschmack und bindet mehr Flüssigkeit als andere Mehle, was bei diesem sehr saftigen Rezept absolut von Vorteil ist. Dabei beachten: Kamut ist eine Weizenart und deshalb nicht geeignet für Menschen mit Weizen- oder Glutenallergie.
Auch macht es unserer Erfahrung nach einen Unterschied, ob man fertiges Kürbispüree aus dem Supermarkt verwendet oder einen (Bio-) Hokkaido-Kürbis zerteilt, putzt und zu Püree verarbeitet. Dazu glauben wir auch fest daran, dass ein im Westerwald auf dem mit Kaffeesatz geimpften Komposthaufen gewachsener Kürbis nochmal ganz anders schmeckt als ein im Supermarkt gekaufter ... aber das mag auch Einbildung sein. Unser Hochleistungsmixer (ein Vitamix Ascent A3500i) zaubert in weniger als zwei Minuten aus Kürbisfleisch und ein wenig kaltem Wasser (natürlich auch am besten das gute weiche Westerwälder Wasser) ein wunderbar zartes, knalloranges Püree.
Gut zu wissen, dass es gar kein Problem ist, diesen leckeren Kuchen über mehrere Tage verteilt zu essen und auch Einfrieren ist kein Ding. Ja, wir finden, er kommt fast noch fluffiger aus der Tiefkühlung, als er reingekommen ist. Deshalb lohnt es sich, gleich ein doppeltes Rezept anzurühren. Diese Menge kann man auch mit jeder handelsüblichen Rührschüssel verarbeiten und das rasche Vermengen der Teigkomponenten funktioniert auch noch schnell genug - dazu später. Einzig: Man braucht dazu zwei Kastenformen á 28 cm Länge, die möglichst gleich breit sind und die gleiche Backeigenschaften haben.
Aber genug der Vorrede ... auf geht's:
Vorbereitung:
- Zwei Kastenformen vorbereiten, das heißt mit veganer Margarine einfetten. Bei unbeschichteten Backformen evtl. zusätzlich die Form mit Paniermehl ausstreuen - oder einfach Backpapier verwenden. An sich löst sich dieser Kuchen gut aus der Form.
- Idealerweise verwenden wir frischen Kürbis und kein fertiges Kürbispüree für dieses Rezept. Einen mittelgroßen Hokkaido-Kürbis (sollte 1,2 - 1,5 kg ungeputzt haben, dann reicht das Kürbisfleisch auf jeden Fall) waschen, trocken tupfen, halbieren, Kerne und faserige Innenteile entfernen. Für zwei Kastenformen benötigen wir 450g in Stücke geschnittenes Kürbisfleisch. Es bleibt ein Teil des Kürbisfleisches übrig. Das benötigen wir später noch. 450g Kürbisfleisch in den Mixer geben und den Mixer zur Seite stellen.
Für die Streusel:
- 80g ungesalzene vegane Butter bei sanfter Hitze schmelzen lassen und wieder leicht abkühlen lassen
- 120g Dinkel zu feinem Mehl mahlen (man kann auch Dinkelmehl Typ 1050 oder Dinkelvollkornmehl verwenden)
- 80g Rohrohrzucker
- 1 TL Zimtpulver
Vegane Butter mit dem gemahlenen Dinkel und dem Zucker und dem Gewürz vermengen, so dass ein bröckeliger Teig entsteht. Kühl stellen.
Für den Teig:
- 160 ml zum Backen geeignetes Pflanzenöl, zum Beispiel Rapsöl mit Buttergeschmack
- 470 ml veganer Drink, zum Beispiel ROA Haferdrink (Zimmertemperatur)
- 100g Muscovado-Zucker, wir nehmen gerne den von GEPA, aber auch andere funktionieren
- 250g Rohrohrzucker
- 1 EL Apfelessig
- zu den vorbereiteten Kürbisstücken in den Mixer geben (oder zum fertigen Kürbispüree) und zunächst langsam anmixen, dann vorsichtig schneller werden und schließlich auf höchster Stufe zu einem feinen Püree vermixen.
In der Zwischenzeit den bisher nicht verarbeiteten Kürbis in große Spalten schneiden und mit der Küchenreibe grob raspeln. Pro Kastenform benötigen wir 100 - 200g Kürbisraspeln, je nach Geschmack. Jetzt auch den Backofen vorheizen auf 190 Grad Ober-/Unterhitze.
- 420g Kamut mit der Getreidemühle auf feinster Stufe zu Mehl vermahlen
- 70g Mandelmehl
- 4 EL Chia-Saat
- 3 TL Weinstein-Backpulver
- 1,5 TL Natron
- 0,5 TL Salz
- 3 TL Pumpkin-Spice (oder 2 TL gemahlener Zimt, 0,5 TL gemahlener Ingwer, 0,5 TL gemahlenes Muskat)
in einer großen Rührschüssel miteinander vermischen und den geraspelten Kürbis unterheben. Warten, bis der Backofen fast auf Temperatur ist (auf Umluft geht das schneller, kann man ja dann umschalten zum Backen). Jetzt sollte es flott gehen: Den Inhalt des Mixers in die Rührschüssel geben und alles so schnell wie möglich zu einem Teig vermengen, dabei nur so lange rühren, bis keine Mehltaschen mehr da sind. Teigmasse gleichmäßig auf die beiden vorbereiteten Kastenformen verteilen, mit dem Spatel glatt streichen. Jetzt den Streuselteig aus dem Kühlschrank nehmen und auf der Oberseite verteilen. Anschließend ab in den Ofen. Zwei Kastenformen können bequem auf dem Grillrost platziert werden.
Backen:
Bei 190 Grad 1:05 h bei Ober-/Unterhitze backen. Nach etwa 15-20 Minuten empfiehlt es sich, die Oberseite etwas abzudecken, um eine zu starke Bräunung der Streusel zu vermeiden. Wir legen unser Muffinblech auf die zwei Formen - das nimmt direkte Strahlungshitze, lässt aber Wärme zum Kuchen und Feuchtigkeit abziehen. Die lange Backzeit ist notwendig, damit der Kuchen ausreichend trocknet. Gegen Ende der vorgesehenen Zeit mit einem Gabeltest prüfen, ob der Kuchen durchgebacken ist. Dann im abgeschalteten, geöffneten Backofen abkühlen lassen. Wenn man die Formen anfassen kann, Formen aus dem Ofen nehmen, am Rand vorsichtig mit einem Messer lösen, so weit nötig und vorsichtig aus der Form lösen (dazu vorsichtig stürzen und drehen - passiert nix).
Servieren:
Wer es noch etwas spektakulärer mag, kann aus 20g veganem Frischkäse, 20g Ahornsirup, 60g Puderzucker und Vanille ein Frosting herstellen. Das gibt dem Ganzen tatsächlich nochmal eine besondere Note - macht den Kuchen aber auch anfälliger und mit dem Frosting lässt er sich weniger gut einfrieren. Deshalb empfehlen wir, wenn es richtig schick aussehen soll, das vorbereitete Frosting erst beim Servieren auf den Kuchen zu geben. Die hier angegebene Menge Frosting reicht für 1 Kuchen.
